Textkrieg

Munition & Mädchenzöpfe

Chaos Communication Camp 2011 - Erster Teil

Das Chaos Communication Camp scheint eine große Sache für Langhaarige und Menschen zu sein, die Handys besitzen, die schlauer sind als 90% der Weltbevölkerung. Mein Handy hat weder Empfang, noch traue ich mich mein Windows Notebook von Acer auszupacken. Vielleicht werde ich auch niemals verstehen, warum auf diesem Camp eine 900m hohe Antenne aufgebaut wurde, die den Mond aus Gründen mit irgendwas beschiessen soll.

 

Nerds können sich zwar nicht die Haare waschen, aber dafür können sie aus einem alten Kondom, 30kg Menschenhaar und einer 4er Packung Skittles, einen haushohen Roboter konstruieren, der alle Menschen mit gewaschenen Haaren zerstören könnte.

 

 

Überall blinkt und piept etwas und in mir keimt leise die Hoffnung auf, irgendwann ganz auf menschlichen Kontakt verzichten zu können und mich an einen warmen Roboterkörper anzulehnen, dessen Rumpf aus einer gallertartigen Geleemasse besteht, die weder klebt noch in irgendeiner Art und Weise uangenehm riecht. Ein bißchen wie die emotionale Lieber einer Fucking Machine zu genießen. Vielleicht werden Kinder schon bald sagen "Ich bin von einer Fucking Machine großgezogen worden". 

 

 

Für Menschen wie mich, mit einer Geduldspanne von zwei Sekunden, ist es schon verblüffend überhaupt länger als nötig bei Ausstellungsstücken oder Workshops stehen zu bleiben. Die Tesla-Spule ist der David Hasselhoff unter den Vorführgeräten - hatte 1995 echt mal Power im Physikunterricht, ist heute aber nur noch ein echtes Liebhabervorführstück. Ich bleibe stehen, weil ich die Hoffnung habe, dass jemand der Anwesenden in die Spannung fasst und sich verletzt. Dazu kommt es nicht. Aber das Camp dauert ja noch ein paar Tage.

 

 

Wenn man die Aussage "Hygieneartikel gehören in den Mülleimer" aus seinem Gesamtzusammenhang löst, erreicht der Satz auf einem Nerd-Camp eine ungeahnte Tiefe.

 

 

Auf die kleine Rakete, die ich beim Einlass bekommen hab, habe ich mir den Schriftzug GRATISAFFEN programmiert. Niemand fragt nach. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

 

 

Ansonsten: Die Leute hier sind wirklich entspannt, überall stehen Sofas im Wald, alles ist wunderschön beleuchtet und es fällt mir schwer negative Aspekte zu finden, die ich betonen kann. Und ja, ich habe großen Spaß und will eine Rakete bauen um meinen Badmüll zum Mond zu schießen.