Textkrieg

Munition & Mädchenzöpfe

Der Blitz geht nach San Francisco

Endlich finde ich neben dem ganzen Roman für Euch wursten und auf der Straße den Frühlingsanfang für mich zu genießen ein paar Momente Ruhe für Aufklärungsarbeit im Blog. Ihr werdet es bestimmt schon gehört haben - ja, ich gehe. Goodbye Berlin! Es ist wahr und ich bin glücklicher denn je Euch hier in Zukunft über das Rumaalen in Kalifornien, die Techszene, die Kultur und die Schwierigkeiten zu berichten, die so ein Umzug von Berlin in die USA so mit sich bringt.

Die Faktenlage:
Wir, das sind Johannes und ich, verabschieden uns erstmal von Berlin und ziehen nach San Francisco. Zunächst für 18 Monate - so lange erlaubt es das Visum - danach steht uns die Welt offen. Dieser Punkt ist nicht nur unfassbar aufregend, sondern auch schrecklich chaotisch. Dennoch bin ich derzeit jeden Tag dankbar bestimmte Entscheidungen in meinem Leben gegen Sesshaftigkeit und Stabilität getroffen zu haben und so Hand in Hand mit der Ungewissheit durch die Welt zu schreiten. Das muss Freiheit sein, denke ich mir dann und lächele (aber nicht auf Fotos).

Für das US-Visum muss man so ziemlich alles dokumentieren, was man jemals gemacht hat und für Unverheiratete, wie wir es sind, liegt zusätzlich noch ein steiler Berg Klotzhindernisse im Weg rum.
Aber langsam kommt alles in Touren und wir hoffen im Juni aufbrechen zu können, denn ich freue mich auf den Sommer in Kalifornien, auf Mission Style Burritos, Longboard eiern und das lang ersehnte Wiedersehen mit meinen Taco Truck. Auf neue Gesichter und das Leben in einer der schönsten Städte der Welt. Hello San Francisco!

In den nächsten Tagen bekommen wir vermutlich recht kurzfristig mit wann genau es losgeht und in meinem Kopf schweben unfassbar viele Gedanken. Ob ich meine Wohnung hier aufgebe, oder tausche oder ob ich sie untervermiete. Meine Möbel werde ich nicht mitnehmen können. Und so startet mein neues Leben mit einem großen Koffer voll Kleidung, meinem Laptop und einer Riesenportion Optimismus. Ich war nie ein Mensch, der eine Heimat hatte, außer im Abenteuer.

Auf die Frage, warum ich Berlin erstmal verlasse, antworte ich immer: Ich liebe dieses Berlin, auch wenn es sehr voll geworden ist, und werde vielleicht auch zurückkehren, aber ich möchte Chancen nutzen, wenn sie sich bieten und ich möchte gerne Abenteuer erleben solange ich jung bin, neue Menschen kennenlernen und meine Sicht auf die Dinge erweitern. Der Zeitpunkt ist optimal. Er könnte nicht besser liegen. Ich bin jung und ich werde mich erst in 18 Monaten noch einmal fragen müssen wohin ich denn mit meinem Leben möchte. Ob ich dort bleibe, ob ich zurückkomme oder ob es ein anderer Ort wird, ob ich eine Familie gründen möchte, eine Bank überfalle oder Kanzlerin werde. Ich fühle mich überall auf der Welt zuhause, das ist mir in den letzten Tagen bewusst geworden, solange mein Freund bei mir ist. Wir freuen uns auf ein Abenteuer und sind wie die Fünf Freunde mit unserer fetten Katze. Nur zu dritt und mit geileren Frisuren.

Berlin, ich werde deine Mietpreise nie wieder schimpfen! Eine kleine Wohnung kostet derzeit in San Francisco um die $3000, aber wir haben Lust. Am liebsten würden wir unsere Wohnung in Kreuzberg mit jemandem tauschen, der ebenfalls für eine längere Zeit nach Berlin will. Falls also jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, dann sollte er mir unbedingt Bescheid sagen!

Wer wissen mag, warum ich mein Herz an San Francisco verschenkt habe, kann sich meine Foursquare Liste angucken und sich mit mir freuen. Ich werde versuchen meinen Blog in Bezug auf Visum und meine Wohnung aktuell zu halten und von meinem Abenteuer zu erzählen.