Textkrieg

Munition & Mädchenzöpfe

Dienstleister, die auf Dich scheißen: DHL

 

Dienstleister, die auf Dich scheißen sind Dienstleister, die Dich auch gerne mal wie Dreck behandeln und Dir jederzeit zu spüren geben, dass sie auf Dein Geld und Dein Wohlwollen in keinster Art und Weise angewiesen sind. Warum Sie trotzdem um Dich als Kunden werben ist Dir unbegreiflich? Willkommen in der Wirtschaft! Wir sind Dreck!

 

Vorweg: Dieser Beitrag ist als erster Teil einer zukünftigen Serie zu begreifen, die sich heute einem der bekanntesten Dienstleister widmet, der auf seine Privatkunden scheißt: DHL.

 

Seit ich in Berlin wohne ist die Sache mit DHL ja so:

Pakete verschwinden spurlos oder werden bei Nachbarn abgegeben, deren Klingelschild nicht existiert. Sie tauchen manchmal Wochen später wieder auf oder verschwinden ganz. Pakete werden Nachbarn in die Hand gedrückt, die dann in Urlaub fahren oder nur nachts zwischen 2 und 6 Uhr daheim sind. Teilweise werden Pakete ein paar Häsuer weiter an völlig fremde Personen abgegeben. Nur damit wir uns richtig verstehen, ich beschwere mich nicht über die Menschen, die Pakete für andere annehmen, sondern über eine Praktik, die inzwischen bei DHL gang und gäbe geworden ist.

Raum für Beschwerden gibt es nicht. Entweder man ruft die kostenpflichtige (!) Servicehotline an und bezahlt noch schön was drauf um seine berechtigte Kritik loszuwerden, oder man versucht es direkt in der Post, in der man aber garantiert von einer der dauergewellten Mitarbeiterinnen direkt an die Hotline verwiesen wird. Wie schön das System doch funktioniert! Keine direkten Ansprechpartner. Anonyme Paketboten und Briefträger. So kommt es dann zu Szenen, die sich mir bis heute als besonders arschlochhaft eingebrannt haben. "Bitte gehen Sie weiter!". 

 

Machen wir uns nichts vor: Die Post ist kein ehrenamtlicher Dienstleister, sondern tauscht eine Leistung gegen eine monetäre Gegenleistung. Die Kippe hängt leider zur einen Seite über. Denn der Service ist in meiner Strasse kein Geld wert, wie ich an wahren Gegebenheiten im Folgenden ausführen möchte. 

 

Ich bin, wie Ihr bestimmt wisst, freiberufliche Texterin und arbeite in meiner Wohnung. Daher bin ich häufig tagsüber daheim. Vor ein paar Monaten klingelte jeden Tag der Paketbote an meiner Wohnung (weil ich vermutlich so dumm war und ihm ein Mal einen Gefallen getan habe). Der "gute" Mensch klingelte teilweise schon um 10 Uhr. Das ist eine Uhrzeit, zu der ich normalerweise gerade meinen ersten Kaffee trinke oder unter der Dusche stehe. Ich öffnete die Tür mit großem Widerwillen und in großer Hektik mich anzukleiden, weil ich dachte es wären Freunde oder etwas "wichtiges". Das ging dann ein paar Tage fröhlich so weiter, obwohl ich ihn freundlich mehrmals bat es zu unterlassen bei mir zu klingeln, wenn er kein Paket für mich oder meine direkten Wohnungsnachbarn habe. Beim ersten Mal nahm ich die Pakete noch unwissend an. Beim zweiten und dritten Mal will er mir sage und schreibe 6 (!) Pakete in die Hand drücken, die dann die einzelnen Leute alle im Laufe der nächsten Tage bei mir abholt hätten. Das ärgert mich, dann mich stresst die Tatsache, dass ich immer erwarten muss, dass es gleich klingelt. Ich nehme also lediglich ein Paket für meine direkte Nachbarin an, verweise ihn mit dem Rest an andere Etagen, und sage ihm noch eindringlich, dass er bei mir in Zukunft bitte nur noch klingeln soll, wenn er auch ein Paket für mich hat. 

 

Damit wir uns richtig verstehen: Der DHL-Mann darf klingeln (soll er sogar), wenn er eine Sendung für mich hat. Vorausgesetzt er verfügt über diese Sendung, bin ich gerne bereit Pakete für die Menschen im Haus anzunehmen, die ich kenne und die mich kennen.

 

Der Terror ging weiter. Er klingelte noch ein paar Mal an den danach folgenden Tagen und ich weigerte mich nach wie vor ein Paket für Unbekannte anzunehmen und sagte ihm dann recht deutlich die Meinung. Fortan wurde jeden Tag bei mir Klingelterror gemacht zur gleichen Zeit, nämlich immer, wenn gerade auch ganz zufällig kurz vorher die DHL Sendungen verteilt wurden. Wer war das denn nur? Auf mein Öffnen reagierte immer niemand. Der DHL-Mann war augenscheinlich nicht nur faul, sondern auch gehässig. Prima!

 

Einige Monate später: Ein neuer Briefträger. Ich denke: Juhu! Und siehe da, vom einen auf den anderen Tag kein Klingelterror mehr. Aber zu früh gefreut. DHL scheißt einfach auf mich und auf dieses gesamte Haus. Von einigen netten Nachbarn erfahre ich dann folgendes: "Hallo Ada, hast du auch so Probleme mit DHL? Wir haben schon ewig kein Paket mehr geliefert bekommen. Nur Zettel im Briefkasten." Und ja, ich bin den ganzen Tag daheim und die letzten Wochen kam tatsächlich kein Paket bei mir an, sondern wie durch ein Wunder lag immer nur der Benachrichtigungsschein der Sendung im Briefkasten, in dem man mich verweist die Sendungen bei der Post abzuholen. Ok, für meine Nachbarn kann ich mich nicht verbürgen. Aber ich arbeite wie gesagt den gesamten Tag an meinem Schreibtisch und kann sehr wohl beurteilen, ob der Paketbote im Laufe des Tages geklingelt hat. Hat er nicht. Macht er einfach nicht mehr. Zu faul? Hasst er seinen Job? Hasst er uns? 

 

Aber hey, immerhin ein Abholzettel, dachte ich manchmal, hinsichtlich der komplett vergessenen Benachrichtigung vom alten Paketboten.

 

Das schöne an diesen Abholzetteln ist ja, dass man sich in der örtlichen Postfiliale anstellen muss. Mein örtliches Postendlager ist die Filiale Frankfurter Allee. Kennt man ja. Minimum dreißig Minuten anstehen. Und einfach nur, weil der Postbote zu gehässig, beschäftigt oder zu faul ist um bei mir zu klingeln?

 

Eine kleine Rechnung:

Alleine im letzten Monat habe ich circa 10 Paketsendungen erhalten. Davon sind vielleicht 5 bei Nachbarn abgegeben worden. Für 2 Sendungen musste ich inmtensiver telefonisch nachrecherchieren und 3 Sendungen habe ich in der Postfiliale abgeholt. Der Weg zu Fuß zur Post beträgt für mich circa 15 Minuten. Es fahren keine geeigneten öffentlichen Verkehrsmittel. Hin und zurück also 30 Minuten. Hinzu veranschlage ich 30 Minuten für das Anstehen in der Filiale.

 

Fußweg für einen Monat: 1 Stunde 30 Minuten

Anstehen in der Post: 1 Stunde 30 Minuten

Mehrmals bei Nachbarn klingeln um Pakete zu erhalten: 30 Minuten

Telefonrecherche bei DHL über den Verbleib der Sendung: 30 Minuten

Gesamtdauer meiner Beschäftigung mit DHL: 4 Stunden

 

4 Stunden, für die ich oder der Absender eigentlich einen Dienstleister bezahlt haben.

 

Funfacts:

Funfact I: Während ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe, verfolgte ich eine Sendungsnummer einer erwarteten Sendung im Internet und siehe da - 12:04 am heutigen Mittwoch wurde die Sendung ausgeliefert an "Nachbarn". Wieder keine Benachrichtigung im Briefkasten.

 

Funfact II: Wieder kein Abholzettel im Briefkasten und wieder kein Klingeln des Paketboten an der Haustür, obwohl wir heute um diese Uhrzeit zweifelsfrei daheim waren. 

 

Funfact III: Auf telefonische Nachfrage teilte man mir mit, die Sendung würde bei einem Nachbarn names "Dingas" liegen. Ich bin kurz beruhigt, weil ich mich auf den Inhalt freue. Ich bestehe dennoch darauf eine schrifliche Beschwerde erfassen zu lassen. Man nimmt sich meiner an. Ich bezahle für die Beschwerde mit den üppigen Gebühren für die Servicerufnummer der DHL und verlasse dann die Wohnung um bei dem besagten Nachbarn zu klingeln.

 

Funfact IV: Es gibt keine Klingel mit diesem Namen. Ich muss also noch ein Mal bei DHL anrufen. Vermutlich bin ich diesmal sichtlich aufgebrachter. Denn ich muss wieder für einen Anruf bezahlen. Man verspricht mir "nachzuhaken". Nun warte ich immer noch auf Rückruf.

 

Fazit: DHL stiehlt mir jeden Monat im Schnitt 4 Stunden, die ich sonst mit Arbeiten verbringen könnte, da sie immer in den Nachmittagsstunden liegen (Postfiliale Öffnungszeiten, Nachbarn höfliche Klingelzeiten, etc.). Hinzu kommt das Geld, das ich investiere um meine Beschwerde überhaupt aufgeben zu dürfen (ca. 4 Euro alleine für den heutigen Anruf).

 

Mit einem Stundenverdienst von im Schnitt 40 Euro schuldet DHL mir für die 4 Stunden in diesem Monat und die Telefongebühren satte 164 Euro. Ich würde mich über eine Überweisung freuen!

 

Service gehört für mich zu einem kundenfreundlichen Unternehmen dazu. Und seien wir ehrlich, diese Hotline wird wohl kaum von zufriedenen Kunden genutzt, die sich einfach mal bei DHL bedanken möchten, sondern von Menschen, die sich hauptsächlich melden, weil DHL in ihrem Service (für den sie entlohnt wurden) unzufriedenstellend waren.

 

Was können Alternativen zu DHL sein? Und ich möchte gerne für die nächste Werbekampagne von DHL gebucht werden und "

 

Der aktuelle Werbeslogan von DHL lautet übrigens: "Immer genau wissen wann mein Paket da ist".